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Die Finanzierung der WSG Hoffmann, Waffen, Infiltration

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Es gab also einen Förderverein.

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Fromm:

lm März 1976 initiiert Hoffmann den „Freundeskreis zur Förderung der Wehrsportgruppe Hoffmann“ insbesondere zur finanziellen Unterstützung der WSG

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Und der Vorsitzende erklärt uns auch endlich, was Hoffmann (selber ungedient in einer Armee) wollte:

Zur Motivation der WSG-Gründung durch Hoffmann erinnert sich Heckmann, das Vorbild sei der „DDR-Wehrsport“ gewesen. Die Funktion des „Freundeskreises“ sei „sowas wie der Club der Alten Herren“ bei Burschenschaften gewesen, die den Jungen unter die Arme greifen

Die GST war das Vorbild?

Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) war eine Massenorganisation in der DDR.  […] Sie trug damit auch zur Militarisierung der Gesellschaft der DDR bei, indem sie unter anderem die gesetzlich vorgeschriebene vormilitärische Ausbildung (VA, auch VMA) zusammen mit der Nationalen Volksarmee an Schulen, Universitäten und in den Betrieben durchführte. Sie wurde am 7. August 1952 gegründet und im Frühjahr 1990 aufgelöst. http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_f%C3%BCr_Sport_und_Technik

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Fromm:

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Weinmann ist auch Friedhelm Busses Ohr bei Hoffmann, ebenso wie das des BfV.

Die Medien haben kräftig zur Finanzierung beigetragen, wie sie auch zum enormen Wachstum beitrugen. Das BfV zahlte für Informationen, so Fromm.

Infiltrierung:

Hoffmann selbst macht sich dazu Gedanken, Zitat aus Kommando:

Als besondere Unsitte muß auch die gelegentliche Zulassung von Gästen aus dem sogenannten befreundeten Lager bei internen Zusammenkünften der WSG-Ortsgruppen bezeichnet werden, dies besonders deshalb, weil gerade die nationalen Gruppen mit Spitzeln hochgradig verseucht sind. Das Gesagte bezieht sich keinesfalls aufdie zivilen Mitglieder des eigenen Freundeskreises, sondern auf solche, die anderen Organisationen angehören.

In einigen Fällen wurde auch der Versuch erkannt, attraktive Frauen zur Erkenntnisgewinnung auf WSG-Funktionäre anzusetzen.

Hier, in diesem angesprochenen Problemkreis, liebe Kameraden, muß unsere Wachsamkeit gestärkt werden

Fromm schreibt dazu:

Lediglich beim hessischen „Sturm 7“ gelingt es einer Antifaschistin, in interne Strukturen einzudringen. Allerdings sind die Geheimdienste erfolgreicher: Sie können Informanten in alle Ebenen der WSG einschleusen. (vgl . Hoffmann-Prozeß, S. 18)

Ferner laufen Hoffmanns Finanzgeschäfte unter den wachsamen Augen des Verfassungsschutzes ab . (vgl. ‚Tiroler-Dokumentation‘, Beilage zum ‚Tiroler‘, Nr. 42/94, S. 3; vgl. auch ‚Der Spiegel‘, Nr. 7/1994, S. 37)

Außerdem läßt sich Hoffmann von einem Agenten zum Libanon-Projekt überreden. (vgl. ‚Die Tageszeitung‘, 27.4 .1983 ; vgl. auch ‚Der Spiegel‘, Nr. 37/1981, S. 59 ft)

Zu Hochzeiten dürfte Hoffmann im Libanon von zwei bis drei Informanten der verschiedensten deutschen Dienste umgeben gewesen sein, was jedoch sein Selbstbewußtsein nicht schmälert.

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udo a

Udo Albrecht, BND-Agent

Es waren sicher mehr… als nur 2 oder 3.

Wie das Alles finanziert wurde, das ist nicht bekannt:

Hoffmann spricht in Interviews nicht gern über seine Finanzen. Zur SPD-Zeitung
‚Vorwärts‘ sagt er: „Ich bin über alles zu reden bereit, nur nicht darüber, woher wir das Geld nehmen und wieviele Leute wir sind.“ (‚Vorwärts‘, 9.l.1975)

Beiträge der Mitglieder wurden nicht erhoben.

Am 7.3 .1979 sind die Hoffmann-Finanzen Gegenstand einer Landtagssitzung. Eine schriftliche Anfrage der SPD zur Finanzierung der WSG beantwortet das Bayerische Staatsministerium des Innern folgendermaßen:

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Wachdienste etc sollen eine der Geldquellen gewesen sein, schreibt Fromm, und viel sei nicht gebraucht worden, da die Ausrüstung privat anzuschaffen gewesen sei, also Uniform, Fahrzeuge etc pp.

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mein Lieblingsbild.

Warum keine stinknormale Sicherheitsfirma gründen? Wozu zugelötete Gewehre?

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Waffen gab es nicht, denn als das Verbot Anfang 1980 ausgesprochen wurde, kam niemand in Haft. Fromm schreibt denn auch:

ln der Literatur wird die Bewaffnung der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ stets
übertrieben dargestellt.

Die Autoren solcher Beiträge verkennen oftmals Hoffmanns Werbegeschick. So präsentiert der WSG-Chef seinen „Schützenpanzer Hotchkiss“ den Journalisten des italienischen Fernsehens als voll funktionsfähig. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Wrack, das Hoffmann von einem Schrotthändler erworben hat.

Im Garten von Hoffinanns Haus wurde ein nicht fahrtüchtiger Schützenpanzer sichergestellt. Keines der Mitglieder der
Wehrsportgruppe ist in Haft.“ (‚Süddeutsche Zeitung‘, 31.1.1980)

„Bei den im Zusammenhang mit dem WSG-Verbot in Bayern, Hessen und Baden- Württemberg durchgeführten Hausdurchsuchungen konnten zahlreiche militärische Ausrüstungsgegenstände, darunter ein Schützenpanzer, ein Flugabwehrgeschütz, mehrere Geländefahrzeuge und Motorräder, die allerdings fast durchweg unbrauchbar waren, beschlagnahmt werden.“ (Verfassungsschutzbericht des Landes Baden Württemberg 1979, S. 68;vgl. auch ‚Die Welt‘, 31.1 . 1980)

Die übrigen ‚Waffen‘, insbesondere die Maschinenpistolen, sind Attrappen.
(Bayerischer Landtag, 8. Wahlperiode, Drucksache 8/5905 , 12.7. 1977, zit. aus: Union
1980, S. 44)

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Klartext: Da war nichts. Fast nichts. Völlig aufgeblasene Pressedarstellungen, Karneval ganzjährig stimmt eben doch?

Hoffmann hat verkauft, was gar nicht vorhanden war? PR-Genie war er ganz sicher.

Ende Teil 6

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