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Es ist schon ziemlich dreist, wenn sich ein Fremder in der Küche des Gastgebers nach einer Podiumsdiuskussion im Schloss Ermreuth an einen anderen Gast wendet, um diesem dann ein Mordkomplott des Schlossherrn zuzuraunen:

Kögl wendet sich nicht nur an diesen Mann sondern nimmt ihn beiseite und scheint sich ihm anvertrauen zu wollen. Er habe ein geheimes Wissen, flüstert er seinem Gesprächspartner zu, es gebe da eine Vereinigung älterer Männer, eine Art Seniorenrat, der konspirativ tage und Pläne aushecke, Staatsanwälte „umzulegen“. Dazu würden systematisch junge „Kameraden” angeworben und entsprechend eingewiesen.

Man sei im Begriff, Ausbildungslager für Sprengstoffverbrechen im Ausland zu schaffen und habe sich bereits entsprechend bewaffnet, meint Kögl und merkt an, man habe sich wohl entschlossen, die „mittlere Ebene“ des Staatsapparats anzugreifen zumal die oberste Funktionärsebene zu gut abgesichert sei. Auch Finanzmittel seien bereits vorhanden, und nicht zu knapp.

http://oktoberfest.arbeitskreis-n.su/schmierenkomoedie-oder-toedlicher-angriff-oder-beides/

Ein Spinner, so möchte man meinen, und die Frage ist lediglich, ob auf der Grundlage solcher Märchen eine bis heute andauernde TKÜ-Massnahme gegen den Schlossherren begründet wurde.

Der Vorgang selbst ist höchst banal:

(Kögl steigt durchs Bild, während der „Chef“ zufällig facepalmiert)

In den letzten zwei Beiträgen auf diesem Blog wurde die im Grunde recht banale Provokation eines operativ eher mäßig begabten Mannes und seiner Hintermänner in einem ein wenig bedeutungsschweren Ton präsentiert, und das hat seinen Grund. Die Aktion des Mario Kögl aus Straubing liefert nämlich nicht nur ein Modell jener geheimdienstlicher Intrigen, mit denen schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen wie die Bespitzelung bis hin in den persönlichen Bereich oder die technologische Totalüberwachung gerechtfertigt werden. Diese Aktion zeigt auch, wie man auf Seiten der Dienste jene Akten-Infrastruktur anlegt, die dann später zu einem passenden Zeitpunkt dazu eingesetzt werden kann, Menschen schwere Straftaten anzuhängen und dies selbst dann noch, wenn eine Nichtbeteiligung längst amtlich festgestellt ist.

http://oktoberfest.arbeitskreis-n.su/hyaene-im-schafspelz-aus-dem-alltag-staatlicher-provokation/

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Diese Geschichte von 2012 passt sehr gut zur Sprengstoffgeschichte von 2010, wo ebenfalls versucht wurde, über V-Männer eine Sprengstoff-Verbindung zwischen Hoffmann und dem „Jenaer Terror“ rund um Kapke und Wohlleben zu inspirieren.

welt-ho-2010

http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13738829/Braune-Verbindungen.html

Die Sache mit dem Hund können wir aufklären:

Die oft erwähnte Begebenheit, der Sprengstoffhund habe am Lenkrad des Autos angeschlagen, ist Blödsinn. Der Hund lief vier Mal aus dem Auto wieder raus. Beim letzten Durchgang machten die Beamten die Tür zu und der Hund war eingesperrt. Nach ein paar Sekunden hockte er sich gelangweilt auf den Fahrersitz und schnupperte eher beiläufig am Lenkrad. Er schlug aber nicht an…

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Wir erleben also V-Leute in Aktion, deren Treffberichte dann in geheimdienstliche Akten wandern, und aus denen man Trugspuren konstruieren kann, wenn der Bedarf besteht?

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Zurück zum Vortrag 2012 im Schloss Ermreuth.

Unter den Zuhörern war auch eine linke Berliner Journalistin. Sie notierte fleissig, aber einen Artikel von ihr ist mir nicht bekannt.

Habe ich diesen Artikel etwa verpasst? So viele Notizen, und gar kein Bericht?

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