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Was Ulfkotte über die Barschel-Hintergründe und den BND schrieb ist interessant.

ulfkotte

http://www.amazon.de/Verschlusssache-BND-Dr-Udo-Ulfkotte/dp/3453141431

Manche Geheimnisse müssen der Öffentlichkeit angeblich vorenthalten werden, weil ihr Bekanntwerden für viele Menschen schwerwiegende Folgen haben würde. Ein Beispiel dafür ist wohl der Tod des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel. Barschel wurde am 11. Oktober 1987 in der Badewanne in seiner Suite im Genfer Hotel »Beau Rivage« tot aufgefunden. […) Geheimdienste kennen die Hintergründe des Barschel-Todes. Barschel wurde ermordet.

Wer auch immer die Täter waren, sie machten Fehler: Von einem Weinglas, aus dem Barschel vor seinem Tod getrunken haben muss, wischten sie die Fingerabdrücke, auch die des Kellners, der das Glas gebracht hatte.

Nun könnte Barschel die Fingerabdrücke ja selbst abgewischt haben, doch es fand
sich noch ein halber Fingerabdruck des Ringfingers an diesem Glas, in einer Stellung, in der Barschel das Glas unmöglich gehalten haben konnte.
Der Abdruck muss nachträglich angebracht worden sein.

Und auch einer von Barschels Schuhen wurde offenkundig nicht von
diesem, sondern von einem Unbekannten im Hotelzimmer gereinigt. Wer
immer diesen Schuh gereinigt hat, müsste davon angefärbte Finger gehabt haben, befand ein Ingenieur des Reutlinger Lederinstituts am 7.April
1997; Barschel aber hatte saubere Finger.

Doch die Geheimdienste halten Ihre Erkenntnisse weiterhin unter Verschluss. Der BND hat sich in diesem Zusammenhang jedenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Im Gegenteil: Dem Lübecker Oberstaatsanwalt Wille, der im Zusammenhang mit den Barschel-Ermittlungen und einer Spur zum internationalen Waffenhandel BND-Erkenntnisse über den saudischen Waffenhändler Kashoggi anforderte, wurde schriftlich mitgeteilt, Kashoggi sei in Pullach unbekannt.

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Ein dem BND unbekannter Waffenhändler mit Wikipedia-Eintrag: Milliardenschwer…

http://de.wikipedia.org/wiki/Adnan_Chaschuqdschi

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Das bestätigte mir Wille in einem Gespräch am 18. April 1997. Der ARD hatte er schon zuvor auf die Frage, ob er zufrieden sei mit der Unterstützung des BND bei der Aufklärung des Barschel-Todes, geantwortet: »Kein Kommentar.« Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass der Lübecker Oberstaatsanwalt Wille mutmaßt, der BND enthalte ihm wichtige Informationen vor.

Nun, Wille hat recht, denn in der Mordnacht soll sich nach Angaben
eines ranghohen Bonner Beamten mindestens ein BND-Mitarbeiter der
Abteilung 1 (Operative Aufklärung) in Barschels Hotel aufgehalten haben,
möglicherweise sogar mehrere. Es muss somit eine Barschel-Akte beim
BND über die Vorkommnisse in der Mordnacht geben. Jenem ranghohen
deutschen Beamten, der in diesem Zusammenhang Aussagen machen
könnte, würde im Falle, dass er dies täte, der Verlust seiner Pension und
seines Arbeitsplatzes drohen, denn er ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Zudem erhielt er einen Anruf, in dem er schlicht auf »die hohe Zahl der
Verkehrstoten in Deutschland« hingewiesen wurde. Dann verschaffte sich
auch noch ein Unbefugter Zutritt in seine Wohnung. Dieser durchsuchte
die Wohnung nicht, sondern legte ganz offenkundig ausschließlich Wert
darauf, einen deutlichen Hinweis für sein Eindringen zu hinterlassen, und
platzierte eine von dem Beamten abonnierte Zeitschrift aus dem Briefkasten deutlich sichtbar auf einem Tisch in der Wohnung. Da der ranghohe Beamte und seine Frau beruflich außer Haus waren und kein anderer Zutritt zur Wohnung hatte, verstand das Ehepaar dies als eine »Mahnung an die Beamtenpflichten«.

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Andere Leute verlieren ihre Gabeln, die sind dann einfach „weg“:

In Berlin wurde das Fehlen sämtlicher Gabeln im Büro des AK NSU-Mitglieds Dr. Siegfried Mayr bemerkt.

https://sicherungsblog.wordpress.com/2015/03/17/der-verruckteste-tag-seit-november-2011-in-sachen-nsu/

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Auch andere Geheimdienste waren im Hotel »Beau Rivage« präsent.
Doch die CIA teilte am 9. Dezember 1996 zum Fall Barschel schriftlich mit:
»Aus grundsätzlichen Erwägungen wird der CIA irgendwelche Behauptungen über geheime Beziehungen weder bestätigen noch dementieren.«

Wenn der BND wirklich trotz seiner Zusammenarbeit mit 200 Geheimdiensten der Welt und mindestens einem eigenen Mann vor Ort keine Anhaltspunkte dafür hätte, wer Barschel wirklich ermordete, wäre er sein Geld nicht wert.

Auch wenn man vielleicht dementieren wird: Beim BND gibt es eine »Akte Barschel«. Es ist höchst fraglich, ob der Fall Barschel ähnlich wie der Kennedy-Mord über Jahrzehnte zumindest für die Öffentlichkeit ein Geheimnis bleiben kann.

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OSTA Heinrich Wille dazu in seinem Buch:

Das weitere Geschehen wird im »Gesamtbericht« wie folgt beschrieben: (Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft Lübeck)

Der Unterzeichner hat unmittelbar nach Erscheinen des Buches telefonisch Kontakt zu Udo Ulfkotte aufgenommen. Dieser hatte zunächst in Aussicht gestellt, einen Kontakt zu seinem Informanten herzustellen. Bei einem erneuten Telefonat am 06.08.1997 erklärte Ulfkotte dem Unterzeichner, dass er zwischenzeitlich Kontakt mit dem hohen Bonner Beamten, seinem Informanten, gehabt habe. Dieser habe ihn, Ulfkotte, eindringlich gebeten, der Staatsanwaltschaft Lübeck seine Erreichbarkeit nicht mitzuteilen. Es dürfe weder der Name noch die Telefonnummer genannt werden.

Ulfkotte berichtete, sein Informant habe ihn dahin gehend informiert, dass derzeit im Bundeskanzleramt eine Befragung aller derjenigen Personen durchgeführt werde, die – erlaubtermaßen – mit ihm im Rahmen der Recherchen zu seinem Buch Kontakt gehabt hätten. Dazu würden auch die im Kanzleramt vorhandenen Telefonlisten ausgewertet
werden. Von allen Beamten würden dienstliche Erklärungen bzgl. des Umfanges des Kontaktes mit Ulfkotte abverlangt. Ulfkotte berichtete weiter, dass die Angaben seines Informanten auf die Angaben eines Mitarbeiters des BND zurückgehen würden. Dieser müsse ebenfalls unbekannt bleiben, da diesem ansonsten gravierende dienstrechtliche Sanktionen drohen würden. Es sei nach Angaben seines Informanten völlig ausgeschlossen, dass dieser BND-Mitarbeiter von seinem Dienstherrn eine
Aussagegenehmigung gegenüber der Staatsanwaltschaft Lübeck erhalten werde.

Ulfkotte erklärte weiterhin sehr eindringlich, dass es zum Schutze seines Informanten und auch zum Schutze des BND-Mitarbeiters unabdingbar sei, dass diese anonym blieben. Mithin sei das in Aussicht genommene Treffen mit seinem Informanten nunmehr als nicht mehr möglich anzusehen.

Der Unterzeichner hat sich mit Schreiben vom 07.08.1997 sowohl an
den Staatsminister im Bundeskanzleramt Schmidbauer [genannt 008, fatalist]  als auch an den Präsidenten des BND gewandt und unter Hinweis auf die Angaben des Ulfkotte in seinem Buch Verschlusssache BND um Auskunft gebeten, ob der »ranghohe Bonner Beamte« bzw. der BND-Mitarbeiter für den Fall, dass die Staatsanwaltschaft Lübeck die jeweilige Person ermitteln könnte, eine Aussagegenehmigung zur Aussage als Zeuge bei der Staatsanwaltschaft Lübeck erhalten würde.

Der BND hat durch seinen Vizepräsidenten mit Schreiben vom 14.08.1997 dem Unterzeichner mitgeteilt, seit dem Schreiben des Abteilungsleiters Sicherheit/Abwehr des Bundesnachrichtendienstes vom 28.02.1997 auf die hiesige Anfrage vom 13.01.1997 seien dort keine neuen Erkenntnisse angefallen. Weiter heißt es in dem Schreiben, die Aussage Dr. Ulfkottes in seinem Buch Verschlusssache BND, »[„ .) in der Mordnacht soll sich nach Angabe eines ranghohen Bonner Beamten mindestens ein BND-Mitarbeiter der Abteilung 1 (Operative Aufklärung) in Barschels Hotel aufgehalten haben, möglicherweise sogar mehrere«, sei falsch. Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes hätten sich zur fraglichen Zeit nicht »in Barschel Hotel« aufgehalten. Dieses habe Herr Präsident Dr. Geiger bereits dem Spiegel gegenüber erklärt.

Abschließend wird in dem Schreiben des Vizepräsidenten des BND Folgendes ausgeführt: »Laut Focus (29/97 vom 14.04.1997 »Theater im lsartal«) beurteilt Dr. Ulfkotte die betreffende Buchpassage selbst wie folgt (Zitat): [„.) er (Ulfkotte) habe
>nicht den geringsten Beweis<, der Mordsatz sei ihm >nur so reingerutscht<.«

Im Antwortschreiben des Bundeskanzleramtes vom 21.08.1997 wird
u.a. Folgendes ausgeführt: »In Ihrem Schreiben beziehen Sie sich auf eine
Passage in dem Buch Verschlusssache BND des Autors Ulfkotte, wonach
sich in der Nacht des Todes von Dr. Dr. Barsehei ein oder mehrere BNDMitarbeiter in dem Hotel von Dr. Dr. Barsehei aufgehalten haben sollen. Der Bundesnachrichtendienst hat Ihnen zu dieser Passage mit Schreiben vom 14.08.1997 bereits mitgeteilt, dass diese laut Autor Ulfkotte von einem >Bonner Beamten< stammende Angabe falsch ist, weil sich in der fraglichen Zeit keine Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes im Hotel von Dr. Dr. Barschel aufgehalten haben. Dem ist von hier aus nichts hinzuzufügen, insbesondere liegen hier keine Informationen vor, die zu einer anderen Bewertung führen. Die Bundesregierung, die an der Aufklärung
der Umstände des Todes von Dr. Dr. Barschel ein nachhaltiges Interesse hat, wird -entsprechend der von Ihnen erwähnten Weisungslage, die fortbesteht- auch weiterhin alles tun, um die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu unterstützen.«

Als sehr überzeugend habe ich die Dementis nicht angesehen; Fragezeichen bleiben. Immerhin hat der Autor das Dementi erst »nach der Buchpräsentation« verbreitet. Auch kann es nicht verwundern, dass er »nicht den geringsten Beweis« für seine Angaben hatte, da sein Informant nicht mehr zu der Sache stand. Und ob einem Autor solche Aussagen wirklich »nur so reingerutscht« sein können, sollte jeder für sich selbst beurteilen. Aber immerhin musste der »Gesamtbericht« einräumen:
Weitere erfolgversprechende Ermittlungsansätze sind in dieser Spur
nicht ersichtlich.

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Sehen Sie, so lügt man ohne zu lügen. Der BND schreibt, und sagt dem Spiegel, kein BND-Mann sei in Barschels Hotel gewesen.

Das stimmt wohl auch. Nebenan, unbemerkt zu erreichen über den Hintereingang, dieser auch noch unbewacht, liegt gleich neben Barschels Hotel das Hotel, in dem Werner Mauss in der betreffenden Nacht wohnte. Das Hotel Richemond.

Wenn dort der BND logierte, und seine kleinen Journalistenhelfer „nebenan bei Barschel“ waren, um zu überwachen was dort so geschah, dann hatte der BND die Informationen, und der Stern hatte seine Story. Barschel tot in der Badewanne, weltexklusiv.

stern1

Statt Journalisten kann der BND auch einen Privatdetektiv engagieren, Mauss Ex-Mitarbeiter Griessen wurde dann später tot im Züricher Bordell gefunden. Er arbeitete damals für Barschels Bruder Eike.

Der BND konnte dementieren, und den Rest werden wir niemals erfahren. Ob es eine Akte Barschel beim BND gibt?

Klar doch, was denn sonst?

Eike Barschel ist übrigens so etwas wie Michael Buback. Beide haben einen stark idealisierten Bruder/Vater gesehen, dessen Mörder sie unbedingt finden wollten, und sind beide damit letztlich an der Staatsräson gescheitert.

wie wahr, wie wahr…

ENDE

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