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Das Netz ist voll davon:

obama1Wo ist die Quelle für diese Behauptung?

Hier:

„Mitteilung von Richard Melisch am 14. Januar 2012: »Gerne bestätige ich den auf Seite 274 meines Buches ›Das Schweigen der glücklichen Sklaven‹ (Grabert-Hohenrain, Nov. 2010) erwähnten Text: Am Tag des Besuchs von Präsident Obama in Ramstein (Juni 2009) – es war sein erster Besuch in Deutschland als gerade gewählter Präsident – sprach er vor amerikanischen Soldaten die zitierten Worte. Am selben Abend wurden Ausschnitte seiner Rede in Bild und Ton entweder von ARD oder ZDF gesendet. Ich sah diese Ausschnitte in 3SAT, der um 19 Uhr die ZDF-, um 20 Uhr die ARD-Nachrichten übernimmt. Leider habe ich an diesem Juni-Abend keine Uhrzeit notiert, dafür aber die Worte: »Germany is an occupied country and it will stay that way.« (»Deutschland ist ein besetztes Land. Und ich werde das beibehalten«.)“

Also hat ein Herr Melisch angeblich am Abend des 9. November fern gesehen und sich das so notiert. Das scheint die Quelle zu sein.

Ausgerechnet der Zitatefälscher Richard Melisch?

Fakt ist: Obama hat gar keine Rede in Ramstein gehalten.

05.06.09
Obama besucht „klein Amerika“ in der Pfalz

Ramstein/Landstuhl – US-Präsident Barack Obama durfte sich zum Abschluss seines Deutschlands-Besuchs ganz wie zu Hause fühlen. Er besuchte den Militärstützpunkt Rammstein.

„US-Präsident Barack Obama durfte sich zum Abschluss seines Deutschlands-Besuchs ganz wie zu Hause fühlen. Eine kurze Visite an den Krankenbetten von kriegsverletzten Soldaten im US-Militärkrankenhaus in pfälzischen Landstuhl ging am Freitagabend komplett ohne deutsche Öffentlichkeit über die Bühne. Zwar machte der Präsident in Rheinland-Pfalz Station, doch in Wirklichkeit ging es durch und durch amerikanisch zu.

In Ramstein, dem größten US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb der USA, blieben die Amerikaner unter sich – und die Deutschen draußen vor den hohen Zäunen. Als der 47-jährige Obama mit dem Präsidenten-Jumbo “Air Force One“ auf dem Vorfeld in Ramstein leichtfüßig die Gangway hinab schritt, winkten ihm paar Dutzend Familien aus der Ferne zu. Nach einer kurzen Begrüßungszeremonie ließ sich der mächtigste Mann der Welt per Autokonvoi ins etwa drei Kilometer entfernte Hospital nach Landstuhl eskortieren. “Wir sind sehr stolz, dass Obama die größte amerikanische Gemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten besucht“, sagte Oberst Donald Bacon, Befehlshaber über das 435. Luftwaffen-Geschwader, in Ramstein.

Von deutschen Würdenträgern keine Spur. Weder örtliche Bürgermeister noch der rheinland-pfälzische Landesvater Kurt Beck (SPD) waren beim Händeschütteln zugegen. Es war der erste Besuch Obamas in Rheinland-Pfalz. Im Hospital ging Obama von Krankenzimmer zu Krankenzimmer, um im Irak und in Afghanistan verwundete Patienten zu besuchen, wie Krankenhaus-Sprecherin Marie Shaw berichtete. Mit möglichst vielen wollte er sprechen. Zig Erinnerungsfotos wurden geschossen. Seit Ende 2001 waren in dem Hospital rund 55.000 verletzte Soldaten behandelt worden.

… Mit dem Blitzbesuch in der Pfalz ging Obamas eintägiger Deutschland-Besuch nach Stationen in Dresden und in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar zu Ende.“

http://www.merkur.de/politik/obama-besucht-rammstein-pfalz-339004.html

Die Tagesschau des 5.9.2009 ist schwer zu verkraften, wegen Elie Wiesel, echt ekliger Typ, aber Obama hat  den von Melisch behaupteten Satz nicht gesagt:

http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts12528.html

Wer keine Rede hält… und gerade mal 2 Stunden dort war…

obama2

Auch hier ein Dummschwätzer:

Was bis 1990 existent war, das gibt es seitdem nicht mehr.
Bis zur Wiedervereinigung mussten Bundeskanzler die alliierten Vorrechte in Bezug auf Deutschland als Ganzes anerkennen. Der Status von Berlin war von den 4 Mächten abhängig, der Status der BRD von den 3 westlichen Siegermächten.
Hat Egon Bahr auch in der Zeit 2009 bestätigt.
Aber eben nur bis 1990…

Was Holger Strom hier erzählt, das sind Halbwahrheiten.
Foschepoth lesen! Wenn es noch Relikte gibt, dann im Rahmen von Geheimverträgen, die deutsches Recht sind und aufgekündigt gehören.

Alles was man dazu wissen sollte:
https://foschepoth.wordpress.com/

Unglaublich, was der da für einen Blödsinn erzählt.

Selbstverständlich hat die BRD wie alle anderen EU-Staaten Teile der Souveränität abgegeben, darunter sogar die DM, also die eigene Währung, und eine absolute Katastrophe ist das auch, aber es hat mit Kanzlerakte rein gar nichts zu tun.

Eher mit der Atlantikbrücke, mit Vasallentum, mit Erpressung als Preis der Wiedervereinigung… und nicht zuletzt mit Umerziehung ab 1945, also mit Gewohnheit.

Der letzte Kanzler, der die Alliierten Vorbehalte schriftlich anerkennen musste war Helmut Kohl, 1982. Schröder und Merkel haben nichts Derartiges unterzeichnet.

Faktisch ist die BRD ein besetztes Land, eingebunden und gezähmt durch NATO und EU, ohne Atomwaffen etc., das mag durchaus so sein;  und das dürfte den Engländern, den Franzosen, den USA und erst Recht den Polen, den Tschechen und vielleicht auch den Russen ganz angenehm sein.

Deutschland ist zu schwach, um Europa zu beherrschen, und es ist zu stark, um sich Frankreich unterzuordnen, die deutsche Frage ist die Frage Europas, seit 1871, so Stratfor 2015, und darum müssen und sollen die USA „den Daumen drauf halten“, das kann man auch bei Brzezinski nachlesen, in „Die einzige Weltmacht“.

Deutschland ist ein besetztes Land, ein in den Westen gewaltsam eingehegter Staat, weil das Bündnis Russland-Deutschland die Vorherrschaft der anglo-amerikanischen Seemächte bedrohen könnte.

Darum geht es, so Stratfor, seit 1871, und um dieses Bündnis zu verhindern, habe man 3 Kriege geführt: 2 Weltkriege und einen Kalten Krieg.

Deutschland ist daher faktisch ein besetztes Land, und wird das auch bleiben. Aber gesagt hat der Obama das nicht… Merkel weiss das auch so.

Ist die BRD seit 1990 souverän?

Grundsätzlich ja, meint Foschepoth… aber:

Interview in der Badischen Zeitung 20. Mai 2015

Zwei Wochen nach Unterzeichnung des Zwei-Plus-Vier-Vertrages in Moskau vereinbarte die Bundesregierung durch Notenaustausch mit den drei Westächten im September 1990 die Fortgeltung des Aufenthalts- und Stationierungsvertrags und des Überleitungsvertrags von 1955, wonach die alliierten Gesetze weiterhin in Kraft blieben, und des Zusatzvertrags zum NATO-Truppenstatut.

Dadurch blieb auch im vereinten Deutschland Besatzungsrecht mit all seinen Privilegien und Sonderrechten für die Präsenz der USA in Deutschland weiterhin in Kraft. Um all den damit verbundenen politischen Schwierigkeiten und Problemen aus dem Wege zu gehen, macht es sich schon besser, die enge deutsch-amerikanische Zusammenarbeit zur Staatsräson der Bunderepublik zu erklären.

BZ: Könnte die Bundesregierung die Zusammenarbeit beenden?

Foschepoth: Rechtlich gäbe es die Möglichkeit, den einen oder anderen Vertrag, etwa das den Zusatzvertrag zum NATO-Truppenstatut, oder zumindest einzelne Artikel daraus zu kündigen oder neu zu verhandeln. Doch so viel politisches Rückgrat ist angesichts der Staatsräson der Bundesrepublik zumindest derzeit noch nicht erkennbar.

Vielleicht sollte die dritte Große Koalition erst einmal mit einer Grundgesetzänderung beginnen und den Ausschluss des Rechtsweges bei nachrichtendienstlicher Überwachung, den die erste Große Koalition 1968 in Artikel 10 des Grundgesetzes hineingeschrieben hat, wieder herausnehmen. Alles Weitere wird sich daraus ergeben, auch für die Kontrolle der amerikanischen Geheimdienste in unserm Land.”

So ist es.  Ganz genau so.

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