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Man könnte sich damit beschäftigen, wie Gedeon die AfD-Fraktion Stuttgart sprengte, oder damit, wie Führungskämpfe in Parteien immer Anlässe suchen, oder damit, wie Stöckchenspringen auf Zuruf gelenkter Medien funktioniert, oder damit wie Bücklinge erzwungen werden, wie Schuldkulte und Meinungs-Tabus geschützt werden von Leuten, die sie aufzubrechen angetreten waren… oder es zumindest vorgaben,  oder wie schmutzig Politik ist.

Man kann auch den Beurteilungen eines Professors vertrauen:

Insgesamt lässt sich den Stellungnahmen Wolfgang Gedeons zum Antisemitismus entnehmen, dass er sich als Antizionist versteht, dies aber nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt haben will. Außerdem sagt er klar, dass einen „undifferenzierten pauschalen Hass gegen alles Jüdische […] jeder vernünftige und anständige Mensch ablehnt“, als der er sich zweifellos selbst sieht. Subjektiv mag Wolfgang Gedeon also kein Antisemit sein; doch objektiv fallen nicht wenige Aussagen über Juden im Buch über „Grünen Kommunismus“ unter die Teilbegriffe von Antisemitismus.

Besser ist jedoch, man liest selber nach. Das Buch stammt aus 2012.

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Und man sollte auch die andere Seite anhören:

Die Frage, ob das Gutachten ergibt, dass die Thesen Gedeons antisemitisch sind, muss mit einem klaren „jein“ beantwortet werden. Die Antwort hängt schlicht davon ab, welchen Antisemitismusbegriff man heranzieht. Legt man den klassischen Begriffsinhalt zugrunde, kann man sagen, Gedeons Äußerungen seien nicht antisemitisch.

Entsprechend spricht Patzelt bei seinen Ratschlägen an die Partei auch (nur) noch davon, dass Gedeon keine politische Verantwortung in der Partei tragen dürfe, weil seine Aussagen so „auslegbar“ seien.

im Parteiprogramm [der AfD] heißt es:

„Die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus ist zugunsten einer erweiterten Geschichtsbetrachtung aufzubrechen, die auch die positiven, identitätsstiftenden Aspekte deutscher Geschichte mit umfasst.“

Mit seinen Ausführungen gibt Patzelt letztlich der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, Recht. Diese hatte zu dem genannten Passus geäußert: „Das trägt – gewollt oder bewusst fahrlässig – unterschwellige Züge von sekundärem Antisemitismus.“ (link s.u.)

Und richtig erkannt:

3. Die AfD muss die Begriffe im „Kampf gegen rechts“ selbst definieren, wenn sie diesen Kampf überleben will.

Anders als Patzelt behauptet, macht sich die AfD also nicht durch Aussagen einzelner Mitglieder angreifbar, sondern vor allem dadurch, dass sie anderen die Definitionshoheit über gesellschaftlich negativ konnotierte Begriffe im „Kampf gegen rechts“ überlässt und zulässt, dass insbesondere auch ihre politischen Gegner diese Begriffe Schritt für Schritt ausweiten, um sie dann gegen die AfD einzusetzen.

Das Problem scheint ein politisches zu sein. Meuthen, Petry und Co. wollen koalitionsfähig werden, um mit einer CDU/CSU Rot-Rot-Grün zu verhindern. Um das zu erreichen sind sie bereit, die Meinungstabus der BRD zu repektieren.

Vorerst, oder generell?

b517b5ed4de94b728a7356fc44b15a2aDer Betroffene hat das vorerst letzte Wort.

Zwischenablage14aus dem Buch, Jahr 2012

Ins Buch eingestiegen wird in Teil 2.

Ende Teil 1

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