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Es geht immer noch um dieses Buch:

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Was meint man denn bei Amazon?

Was mir auffiel: inhaltlich ähneln sich das Buch von Rainer Herman und das von Michael Lüders (‚Wer den Wind sät‘) – ich hab’s extra noch mal überflogen: Beide Autoren zeigen die gleichen Entwicklungen auf und ziehen die gleichen Schlüsse. Das Buch von Lüders liest sich bedeutend flüssiger. Hermann untermauert die gleiche Argumentation mit mehr Fakten und Presseberichten. Wer beispielsweise wissen möchte, wer, wann, wo und warum welches Attentat begangen hat und warum ist bei Rainer Hermann besser aufgehoben. Lüders Buch schafft den großen Zusammenhang und ist deutlich kritischer gegenüber Amerika.

Nun, als FAZke ist Herman keine umfassende USA-Kritik erlaubt. Wo kaemen wir denn da hin, wenn Mitarbeiter eines transatlantischen Blattes FAZ in ihrer Freizeit die vorgegebene Linie verletzen wuerden?

Michael Lüders Buch war auch schon Thema hier im Blog, jedoch nur beilaeufig :

Über den Autor

Michael Lüders war lange Jahre Nahost-Korrespondent der Hamburger Wochenzeitung «DIE ZEIT» und kennt alle Länder der Region aus eigener Anschauung. Als Islamexperte ist er häufiger Gast in Hörfunk und Fernsehen. Bei C.H.Beck sind von ihm erschienen: Tage des Zorns (2011) über die arabische Revolution und Iran – der falsche Krieg (2. Aufl. 2012).

DIE ZEIT, das geht normal gar nicht, das ist eklig transatlantisch, so wie die FAZ oder schlimmer. Aber vielleicht sollte man Lüders eine Chance geben?

Wind säen, Stürme ernten: Zur Einführung

Als ich einem Freund in Budapest vom Anliegen dieses Buches erzählte, verstand er es auf seine Weise: How the Americans and British fucked up the Middle East and happily continue to do so. Im Kern ist das gar nicht einmal falsch. Dieses Buch ist eine Abrechnung mit westlicher Politik, die gerne für sich in Anspruch nimmt, «werteorientiert» zu handeln, im Nahen und Mittleren Osten aber vielfach verbrannte Erde hinterlassen hat. Die Akteure sind dabei in erster Linie die USA und ihr engster Verbündeter, Großbritannien. Spätestens seit 9/11 gehören aber auch die übrigen Mitgliedstaaten der EU dazu, nicht zuletzt Deutschland.

So locker und flockig ist Hermanns Buch ganz und gar nicht. Es ist eher eine Geschichtsvorlesung, meint man:

Der Buchtitel ist vermutlich der Auflagensteigerung geschuldet (der Untertitel trifft es besser). Hermann macht nämlich das Gegenteil: er verharmlost nicht, aber er relativiert den IS und nimmt ihm dadurch seine mediale Überhöhung. Er zeigt auf, wie viele Gegner er hat und rückt den Fokus auf noch ganz andere, sehr reale Gefahren.
Der Autor benennt zwar die Fehler des Westens, macht aber das eigene Versagen der arabischen Staaten in der Vergangenheit für ihren Zerfall in der Gegenwart verantwortlich. Das gleiche gilt für das Entstehen terroristischer Organisationen wie dem ‚IS‘. Endlich mal ein Buch, das nicht reflexartig die Misere im Nahen Osten mit den Fehlern des Westens entschuldigt.

Weniger euphorisch ist er hier, und Dasselbe hab auch ich zu meckern:

Der Ratschlag des Autors, dass es eine Deeskalation durch „den Westen“ geben möge, ist der einzige konstruktive Beitrag. Und auch hier lässt es sich Rainer Herrmann nicht nehmen, noch einmal zu betonen, dass der ‚Dreißigjährige Krieg der Araber‘, wie er ihn nennt, ‚erst an seinem Anfang‘ steht.
Hier zeigt sich das Grundproblem des Buch-Aufbaus: denn nicht nur wird im gesamten Buch die „erschreckende Parallele zum Dreißigjährigen Krieg“ – die in der Einleitung gleich vier Mal bemüht wird – bis zum Schlusskapitel überhaupt nicht mehr erwähnt. Sondern der Vergleich, dem abschließend ein eigenes Kapitel gewidmet wird, bleibt auch oberflächlich: Hexenverfolgung und eine Zuspitzung der Gewalt im 17. Jahrhundert werden mit beispielloser Gewaltbereitschaft und der Hinrichtung Andersgläubiger durch den IS gleichgesetzt.

Der Vergleich 1618-1648 hinkt nicht nur wie  Sau, er ist schlicht falsch.

Die Tatsache, dass es an einigen Stellen zu Widersprüchen und zweifelhaften Aussagen kommt, macht es nicht leicht, einen roten Faden in Herrmanns Argumentation zu erkennen. So schreibt er beispielsweise, ‚der fruchtbare Halbmond und Mesopotamien hatten vor dem Ersten Weltkrieg keine eigene Geschichte‘ (S. 16). Ebenso reibt man sich beim Hinweis, dass der Irak ‚Baustein des schiitischen Halbmonds‘ wurde (S. 116) die Augen, wenn nur zwei Seiten weiter steht, dass es den ’schiitischen Halbmond in Wirklichkeit gar nicht gibt‘. Auch scheinen die themenfernen Anmerkungen, wie dass ‚Obamacare den USA wichtiger‘ war ‚als nutzlose Kriege‘ (S. 124) und dass ‚Deutschland sich lieber als Fußballweltmeister gefällt, statt seiner Verantwortung als Europas Führungsmacht gerecht zu werden‘ (S. 123) Fehl am Platz. Eine Einordnung in politische Handlungsoptionen wäre hier hilfreich gewesen.

Hilfe, bloss keine Fuehrungsmacht-Ansprueche der BRD fuer Europa, die bringen uns alle nur um! Todsicher sogar. Keine keine keine deutschen Sonderwege, bitte nicht! Nie wieder.

Bitte auch keine Buecher transatlatischer Zaepfchen kaufen, und auch keine FAZ finanziell unterstuetzen, oder gar eine Zeit… oder gar den Siffspiegel…

Hoffen wir, dass Trump seine Versprechen wahr macht, und die 5 laufenden, nicht erklaerten Kriege der USA beendet.  Die Muslime muss man sich selbst ueberlassen. Handel ja, Migration zu uns nein.

Die sollen ihre religioese Behinderung mal in Ruhe pflegen, oder auch ueberwinden, mir persönlich total egal. In Europa wollen wir sie nicht haben, vor Allem nicht massenhaft. In 300 Jahren kann man ja dort mal nachschauen, was sich so getan hat in Sachen Aufklärung und Vernunft. Ob die religiöse Behinderung überwunden ist.

So long: Gute Heimreise! War so schön hier bevor ihr kamt. Ich will meine BRD West wiederhaben, in der ich jederzeit sicher war, hingehen wollte wo immer ich hingehen wollte, und das 24/7/365.

Ja liebe Kinder, dieses Land gab es. Ich bin darin aufgewachsen.  In einem ganz normalen Land, nicht in dieser kranken Scheisse, die sie aus diesem schönen Land gemacht haben.

10884_897988013630657_4003651100436611161_nAch, die irre Tittentante, ja genau sowas meine ich mit BRD-Scheisse. Widerliches linkes Gesocks, jetzt Landtagsabgeordnete. Heute schon gekotzt?

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Wie endet das Buch?

So:

Endstation »Islamischer Staat«?

Der »Islamische Staat« ist keine neue Erscheinung. Unter verschiedenen Namen existiert er bereits seit 1999. Danach haben die Invasion im Irak 2003 und seit 2011 der Bürgerkrieg in Syrien ein Umfeld geschaffen, in dem er sich ausbreiten konnte. Aber erst seit der Eroberung weiter Teile Syriens und des Iraks im Jahr 2014 blickt die Welt mit so viel Schrecken auf diese Mischung aus Barbarei und Utopie, aus Terrormiliz und den Grundzügen eines totalitären Staats. Der IS ist nicht neu, und er ist auch nicht die erste Manifestation des islamistischen Terrors.

Drei Vorläufer führen auf ihn zu. Der Bogen reicht von Juhaiman al-Utaibi, dem Besetzer der Großen Moschee von Mekka im Jahr 1979, über Bin Laden, der 1988 in Afghanistan al-Qaida gründete, bis zu Abu Musab al-Zarqawi, der 1999, also wieder ein Jahrzehnt später, die Grundlagen für den IS legte. Jeder Name steht für den Beginn einer neuen Terrorwelle, und bei jedem hat sich das Grauen erst Jahre später entfaltet. Der Bogen von Utaibi über Bin Laden zu Zarqawi verläuft nicht flach, er beschreibt eine Eskalation des Terrors. Jede Terrorgruppe wurde bekämpft, und jedes Mal glaubte man, sie sei zerstört, nur um erkennen zu müssen, dass der jeweilige Nachfolger eine noch größere Gefahr werden sollte. Jede Etappe hat die nächste vorbereitet, in der sich das Ausmaß des Terrors weiter steigerte.

Frieden kann es im Nahen Osten nicht geben, solange der IS alle abschlachtet, die sich ihm, seiner totalitären Ideologie und totalitären Herrschaft nicht unterwerfen. Einen Frieden muss es aber nicht zwingend geben, sollte es gelingen, den IS zu vernichten, wie es der amerikanische Präsident Obama als Ziel vorgegeben hat. Eine Vernichtung lediglich der Institutionen und Waffen des IS ließe seine Ideologie unversehrt. Es wäre nur eine Frage der Zeit, und ein Nachfolger würde den Bogen der Terroreskalation weiterspannen und die Welt noch mehr bedrohen, als es der IS mit dem falschen Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi tut.

Den Boden bereitet hat diesem Bogen des Terrors im 20. Jahrhundert erst die Auseinandersetzung des politischen Islams mit den Kolonialmächten und dann, nach der Unabhängigkeit, die Auseinandersetzung mit den neuen Eliten der jungen arabischen Staaten. Auslöser war die Frage nach der Modernisierung der Gesellschaften. Die Araber hatten seit der Expedition Napoleons 1798 nach Ägypten erkennen müssen, wie weit sie gegenüber dem christlichen Abendland zurückgefallen sind. Die einen favorisierten eine Modernisierung, bei der die Errungenschaften des Abendlandes übernommen werden sollten; erst betrieben die Kolonialmächte diese Politik, später die neuen Eliten, die sich überwiegend aus den Sicherheitsapparaten rekrutierten. Dieser Ansatz hatte zur Folge, dass nach und nach das westliche System einsickerte; die Übernahme ließ sich nicht auf ausgewählte Aspekte beschränken.

Dagegen wehrten sich traditionelle, zunehmend politisierte Muslime. Sie forderten, die Modernisierung durch eine Erneuerung der arabisch-islamischen Zivilisation einzuleiten, also aus sich selbst heraus. Zunächst war diese Bewegung, etwa verbunden mit dem Namen des Reformtheologen Muhammad Abduh (1849–1905), friedlich. In diesem Sinne formulierte die 1928 gegründete Muslimbruderschaft ihren Slogan »Der Islam ist die Lösung«. Nach dem Zweiten Weltkrieg spitzte sich die Auseinandersetzung zwischen den beiden Lagern zu. Eine Spirale der Gewalt setzte sich in Gang, Islamisten wie der Ägypter Sayyid Qutb (1906–1966) radikalisierten sich in den Gefängnissen. Sayyid Qutb, der am Galgen starb, lehnte westliche Konzepte wie Demokratie und Liberalismus, Kapitalismus und Sozialismus grundsätzlich ab. Er bezichtigte jene, die an Ideen glaubten, die ihren Ursprung nicht im Islam hatten, vom Glauben abgefallen zu sein und rief dazu auf, sie zu bekämpfen. Auch er empfahl als Vorbild die Generationen der ersten Muslime, die »frommen Altvorderen« (al-salaf al-salih), die es nachzuahmen gelte, forderte aber, diesen Zustand mit den Mitteln der Gewalt herzustellen. Qutb ist damit der Wegbereiter des jihadistischen Salafismus.

Das Jahr 1979 war ein Meilenstein für jene, die eine am Westen orientierte Modernisierung ablehnen. Im Februar kehrte Ajatollah Khomeini nach Teheran zurück, die Islamische Republik löste die prowestliche Dynastie der Pahlawi ab; im November besetzte eine fundamentalistische Gruppe um Juhaiman al-Utaibi die Große Moschee von Mekka, worauf das bedrohte saudische Königshaus eine umfassende Islamisierung der Gesellschaft einleitete und den Export des wahhabitischen Islams verstärkte; im Dezember marschierte die Rote Armee in Afghanistan ein, das fortan Zentrum des Jihads wurde. Zwei Jahre später, im Oktober 1981, ermordete in Kairo der »Ägyptische Islamische Jihad«, der auf Sayyid Qutb zurückgeht, Präsident Anwar al-Sadat, der 1952 zu den Freien Offizieren gehört hatte, die die Monarchie stürzten.

Am 20. November 1979, dem ersten Tag des neuen islamischen Jahres 1400, stürmten mehr als 400 Anhänger des militanten religiösen Aktivisten Juhaiman al-Utaibi die Große Moschee von Mekka. Die saudischen Sicherheitskräfte benötigten mehr als zwei Wochen und die Hilfe französischer Sondereinheiten, um den Aufstand niederzuschlagen. Utaibi, der mit seinen Anhängern in Medina ein spartanisch einfaches Leben führte, war zur Überzeugung gelangt, dass die Dynastie der Al Saud die religiösen Prinzipien verraten habe, auf denen der saudische Staat seit seiner ersten Gründung im 18. Jahrhundert basiert hatte. Er wollte nach 1973 als Folge der reichlich fließenden Petrodollars einen beschleunigten Verfall des Islams beobachtet haben.

Utaibi lehnte die Verwestlichung und »Neuerungen« wie das Fernsehen, Kinos und die Präsenz der Frauen in der Öffentlichkeit als unislamisch ab, auch den luxuriösen Lebensstil der Al Saud. Er nannte seine Gruppe Ikhwan; so hieß jene religiös-fanatische Miliz, mit der Abd al-Aziz Al Saud zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Arabische Halbinsel erobert hatte. In der Großen Moschee von Mekka rief Utaibi seinen Schwager Muhammad bin Abdullah Al Qahtani aus dem Stamm Muhammads zum Mahdi aus, zum Messias. Weite Teile der saudischen Gesellschaft sympathisierten mit Utaibi. König Khalid ging als Folge nicht gegen die puritanisch-wahhabitischen Extremisten vor, sondern reagierte auf den religiös motivierten Aufstand mit mehr Religion: Die Gesellschaft wurde stärker als je zuvor islamisiert, und der Export des zuvor nur in Saudi-Arabien praktizierten wahhabitischen Islams setzte ein.

Darauf baute ein Jahrzehnt später der saudische Bürger Osama Bin Laden auf, der in Afghanistan die Rekrutierung arabischer Islamisten für den Jihad gegen die Rote Armee koordinierte. Als sich die gedemütigte Rote Armee 1988 aus dem Land zurückzog, änderte Bin Laden seine Strategie. Was bei Juhaiman noch ein Protest gegen den »Verfall des Islams« in Saudi-Arabien war, wurde bei Bin Laden ein Kampf gegen die Verschwörung des Westens, der sich die saudische Monarchie und damit die heiligen Stätten des Islams untertan gemacht, der sogar seine Soldaten auf dem »heiligen Boden« stationiert habe. Zielscheibe waren nicht mehr die saudischen Prinzen, sondern jene, die Bin Laden die »Kreuzzügler und Zionisten« nannte. Gegen sie sollten sich die Terroranschläge richten. Juhaiman hatte in der Großen Moschee die Ankunft des Messias verkündet, Bin Laden bejahte durch seinen Treueeid an den Führer der Taliban nun die Errichtung eines diesseitigen islamischen Emirats. Aus dem religiösen Projekt wurde endgültig ein politisches.

Abu Bakr al-Baghdadi ging einen Schritt weiter als Bin Laden. Letzterer hatte den »Kreuzzüglern und Zionisten« den Krieg erklärt, weil sie korrupte Regime wie das saudische am Leben hielten. Baghdadi führt indessen Krieg gegen alle »Feinde Allahs«, denen er vorwirft, einen Krieg gegen den Islam angezettelt zu haben; Auslöser war nicht mehr die amerikanische Präsenz in Saudi-Arabien, sondern die »Besetzung« von Syrien und des Iraks durch Kräfte, die in seinen Augen keine Muslime sind. Bin Laden hatte dem Westen eine Verschwörung unterstellt, Baghdadi unterstellt der Welt die Absicht, die islamische Welt durch einen Krieg zu zerstören. Bin Laden hatte sich damit begnügt, ein islamisches Emirat der Taliban zu billigen, Baghdadi beansprucht nun die Führung eines totalitären »Islamischen Staats«, und als »Kalif« fordert er die Loyalität aller Muslime.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass ein Nachfolger des IS in einer weiteren Steigerung versuchen könnte, seine Herrschaft über die Levante hinaus auszudehnen und dem Rest der Welt den Krieg zu erklären. Er könnte den Globus in eine Dar al-Islam, eine Welt des Islams, und eine Dar al-Harb, eine Welt des Kriegs, einteilen, und er könnte behaupten, es finde ein Feldzug gegen die Muslime statt. Die Gewalt Utaibis war auf Mekka beschränkt, der Terror in Bin Ladens Namen zielte auf einzelne Orte, der Terror Baghdadis reißt bereits eine ganze Region in den Abgrund. Eine Steigerung und die Eskalationsstufe vier wären ein weltweiter Krieg der Religionen. Auf die würde die Welt zusteuern, sollte es nicht gelingen, den IS militärisch und ideologisch auszulöschen.

Einen Vorgeschmack auf das, was zu folgen droht, war der Terroranschlag auf das Satiremagazin ›Charlie Hebdo‹ am 7. Januar 2015. Abu Muhammad al-Adnani, der Sprecher des IS, hatte am 22. September 2014 zur Tötung von Bürgern der Staaten aufgerufen, die sich an der Koalition gegen den IS beteiligen, »gleichgültig wie – ob mit einem Messer geschlachtet oder von einem Auto überfahren«. An erster Stelle nannte er die »gehässigen und dreckigen Franzosen«. So geschah es am 7. Januar 2015 in Paris. Bei dem Terroranschlag wurden zwölf Menschen getötet, darunter fünf Karikaturisten des Magazins. Zu dem Anschlag der aus Algerien stammenden Brüder Said und Cherif Kouachi bekannte sich »al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel«. Einer der beiden war im Jemen für den Anschlag ausgebildet worden.

Die beiden kooperierten mit dem IS. Denn am 9. Januar stürmte Amedy Coulibaly, der sich zum IS bekannte und mit den Brüdern Kouachi befreundet war, einen jüdischen Supermarkt in Paris, wo er freien Abzug für die Brüder Kouachi forderte und vier Menschen tötete. Bereits am Vortag hatte er eine Polizistin getötet. Die drei Attentäter waren der französischen Polizei als Mitglieder der Pariser Jihadistenszene bekannt. Coulibaly sagte, sein Terror sei eine Vergeltung für die französische Intervention in Mali und den Kampf gegen den IS. Coulibalys Frau Boumedienne Hayat hatte sich am 2. Januar nach Istanbul abgesetzt, wo sie im selben Hotel wohnte wie die tschetschenische Attentäterin, die am 6. Januar ein Selbstmordattentat gegen eine Polizeistation in der Istanbuler Altstadt verübte. Boumedienne Hayat reiste in Begleitung von Mehdi Belhoucine, dessen Bruder wegen der Rekrutierung von Jihadisten für den Irak in Frankreich zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Mutmaßlich ist Boumedienne Hayat nach Syrien weitergereist. Ein Prediger des IS kündigte nach dem Pariser Anschlag an, dieser sei der Beginn einer Terrorkampagne in Europa und den Vereinigten Staaten.

Entscheidend wird sein zu verhindern, dass es zu der Eskalationsstufe vier kommt, dass eine Deeskalation eingeleitet wird. Der Westen kann den gemäßigten Muslimen in diesem Krieg nur flankierend zur Seite stehen. Die Muslime müssen in dem Clash of Civilisations, der durch ihre Mitte geht, untereinander klären, wie sie es mit dem Islam in der Zukunft halten wollen. Bei allem Pessimismus besteht durchaus Anlass zu Hoffnung. Religionen ändern sich nicht über die Einsicht ihrer Theologen, sondern durch den Druck von außen. In Europa hatte sich die katholische Kirche der Säkularisierung erst gebeugt, als die Gesellschaften es so wollten, und nach dem Dreißigjährigen Krieg taugten die Konfessionen nicht länger als Hebel, um für einen Krieg zu mobilisieren. Beide Entwicklungen haben auch in der arabisch-islamischen Welt eingesetzt. Doch der »Dreißigjährige Krieg der Araber« steht erst an seinem Beginn, und niemand weiß, wann und wie er endet. Der IS wird keine Endstation sein. Entscheidend ist, was auf ihn folgen wird.

Fazit: Das Buch ist irgendwie lau, nicht heiss und nicht kalt, nicht Fisch noch Fleisch. Nicht dass es komplett unineressant wäre, das nicht, keineswegs, aber der IS ist in erster Linie ein Problem der Leute dort, in Syrien, im Irak. Die Handabhackerstaaten und Schwulenbaukranaufhängstaaten, die religiös Kranken dort gehen uns nichts an. Lasst sie machen, was sie wollen. Nicht unsere Sache.

Was sollten wir tun? Die „Flüchtlinge“, junge wehrfähige Männer zu Hunderttausenden, die sollten wir den Syrern und den Irakern schicken, die sollen den IS bekämpfen und vernichten. Waffen sollten wir ebenfalls dorthin schicken, damit es schneller geht.

Keinen potentiellen Soldaten gegen den IS mehr nach Europa lassen, aber das ist ja eh klar, gelle? Hilfe für Geflohene in den sicheren Nachbarländern, auch klar, nicht wahr? Frauen. Kinder, Alte.

Ein wenig Luftunterstützung, falls wir von den Regierungen gebeten werden. So wie Putin. Aber nur dann. Vielleicht… Reform des UN-Sicherheitsrates, bitter nötig. Fehlt im Buch. Warum?

Der Westen soll sich da soweit möglich heraushalten. Egal wer dort herrscht, Öl und Gas will jeder von denen verkaufen. Der IS ebenso wie Gaddafi, Saddam ebenso wie Al Nusra/Al Quaida. Und wenn den Leuten dort die vom Westen gezogenen Grenzen (1916/1919) nicht passen, dann sollen sie eben andere Grenzen ziehen. Ist deren Sache. Nicht unsere. Schiiten und Sunniten hauen sich seit 1400 Jahren den Schädel ein, lasst sie! Sie werden es weiter tun, das geht uns nichts an. Lasst sie. Bis sie irgendwann die Schnauze voll haben davon.

Und Israel? Wir als Westen müssen doch Israel schützen? Es wird Zeit, dass speziell uns Deutschen Israel so egal wird wie Jordanien oder Ägypten. Die Israel-Besessenheit ist hochgradig schädlich für uns Deutsche. Sie macht unserer Seelen krank.

Lüders hat in seinem Buch 217 Treffer zu Israel. Hermann hat derer 8.  Israel ist ein Schiss auf der Landkarte, ein kleiner Fleck auf einer riesigen muslimischen Landkarte. Welch gigantische Aufregung um Israel, weshalb eigentlich? Jerusalem einfach sprengen, den gesamten Tempelberg samt Moscheen und Klagemauer und Grabeskirche einfach in die Luft jagen, oder die Moscheen auf diesem Berg Stein für Stein abtragen und in Mekka oder wo auch immer wieder aufbauen, damit endlich Ruhe ist.

Religioeser Wahn darf kein Mittel der Erpressung Europas sein. Dagegen muss man sich wehren.

 

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